Das Nachbarschaftsprojekt:
Kultur und Freizeit im Sozialraum Natur und Garten

Die Kinder sind unsere Zukunft. So oder ähnlich lauten mahnende Appelle bei zunehmender Armut, Kriminalität, sozialer Fehlentwicklung sowie zunehmenden Gesundheitsproblemen von Kindern und Jugendlichen.

Insbesondere in sozialen Brennpunktgebieten mit beengenden Wohnverhältnissen und belastenden Lebensumständen besteht der Bedarf nach ausgleichenden Freiräumen für die hier lebenden Kinder. Grone Süd ist ein solches Gebiet in dem ein hoher Anteil an Migrantinn/en und ihren Kindern mit deren spezifischen Problemen der Ausgrenzung und Isolation lebt.

Kinder wollen spielen, Spaß haben und sich weiterentwickeln. Dies gelingt am Besten, wenn sie sozialen Kontakt unter Kindern haben und in natürlicher Umgebung ihre Umwelt durch sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen begreifen und erkunden können.

Unter dem Titel "Nachbarschaft: Kultur und Freizeit im Sozialraum Natur und Garten" wurde ein interaktives Veranstaltungsangebot für Kinder und Erzieher aus Vorschul- und Grundschuleinrichtungen im Garten zusammengestellt. Im Spätsommer 2008 startete dann das von Mitgliedern der ‚Internationalen Gärten e.V.' betreute Gartenprojekt im Friedensgarten am Rande des Stadtteils Grone Süd.

Die Kinder haben auf diesem Gartengelände einerseits viel Freiraum zum Laufen, Spielen und Entdecken. Andererseits eignen sich Gartenparzellen und naturbelassene Stellen ideal als Orte für spielerisches Lernen und Gestalten.

Neben der Förderung der Kommunikation zwischen den Mitgliedern des Vereins ‚Internationale Gärten' und der Anwohnerschaft in Grone war ein wesentliches Ziel des Projektes, das Aufzeigen und Erleben von Möglichkeiten für Erwachsene und insbesondere Kinder, gemeinsam in der Natur Kreativität auszuleben, Naturzusammenhänge zu begreifen und zu nutzen und in diesem Rahmen Gartenkultur und gesunde Ernährung zu erfahren.

An dem Programm nahmen bis zu 30 Kinder von drei verschiedenen Kindertagesstätten aus Grone und vom angrenzenden Leineberg mit jeweils 1 -3 Erziehern teil. Die vier Veranstaltungen fanden vormittags regelmäßig an drei Tagen in der Woche statt. Für durchschnittlich eineinhalb Stunden wurden die Gruppen von 1 bis 3 Mitgliedern des Vereins Internationale Gärten im Sozial-, Kultur- und Erlebnisraum Garten angeleitet und betreut.

Nach einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde ließen sich die Kinder Blumen, Gemüse und Kräuter zum Anfassen und Riechen zeigen. Sie genossen Gartenfrüchte direkt aus dem Garten und entspannten sich beim Malen und Geschichten hören unter freiem Himmel. Die Möglichkeiten ausgelassener, freier Bewegung auf Schaukelgeräten, Wiese und im Sandkasten förderten die Motivation und Konzentration der Kinder sichtlich.

Kindern das Pflanzen, Säen und Pflegen von Gemüse und Gartenblumen näher zu bringen ist nicht schwierig, da es viel zwischen den Kulturpflanzen und im Boden zu entdecken gibt. Die Kinder beobachteten das Bodenleben durch die Kinderlupe und sammelten mit Leidenschaft Regenwürmer.

An einem weiteren Veranstaltungstag durften die Kinder ihre Kreativität, Spontaneität und ihren Schaffenseifer mit den Elementen Wasser und Boden ausleben. Bei zunehmenden Wassergehalten gewinnt der Lehmboden aus dem Garten eine hohe Elastizität, wodurch die Erde formbar wird und sich plastisch verarbeiten lässt. Verdunstet das Wasser aus der geformten Erde wird das Gebilde steinhart. Durch die Gesamtheit der Erfahrungen und Erkenntnisse über naturgesetzliche Zusammenhänge werden das Selbstbewusstsein und die Phantasie der Kinder nachhaltig gefördert.

Am letzten Tag fand das Ernten der Kräuter für Tee und den vor Ort zubereiteten Kräuterquark sowie insbesondere das Herausholen der Kartoffeln aus der Erde bei den Kindern großes Interesse und bereitete viel Freude. Anschließend aßen alle zusammen die gegrillten Kartoffeln mit Kräuterquark am Feuer und teilten ihre Begeisterung mit den spontan zum Essen eingeladenen Eltern, die zum Abholen erschienen waren.

Die Spiel- und Lernaktionen haben den Kindern und den Erziehern so viel Spaß bereitet, dass sie auch bei ‚Wind und Wetter' in den Garten kamen und in Zukunft gerne weiterhin diese Art von Projekten oder eine eigene kleine Parzelle nutzen wollen.

Nach Abschluss der Aktionstage wurde ein großes Gartenfest, das Nachbarschaftsfest, im Friedensgarten veranstaltet, das von Mitgliedern des Vereins Internationale Gärten und Mitarbeitern des Nachbarschaftszentrums organisiert und ausgeführt wurde.
Das Gartenfest war ein Erfolg für alle Beteiligten. Für Kinder gab es diverse Angebote, die reichlich wahrgenommen wurden. Ein Büffet mit Getränken Kaffee, Tee und selbstgebackenen Kuchen sorgte für das leibliche Wohl der zahlreichen jungen und alten Gäste. Neben dem Verein Internationale Gärten informierten auch das Nachbarschaftszentrum über laufende und zukünftige Aktivitäten und Projekte im Stadtteil.

Die Besucher waren zumeist Eltern und Kinder, Bekannte des Vereins, Nachbarn aus den weiter entfernten Wohngebieten in Grone und Vereinsmitglieder. Aber auch Teilnehmer des ‚Runden Tisches' in Grone haben das Gespräch mit unseren Vereinsmitgliedern gesucht und uns über die Inhalte ihrer nächsten Sitzung informiert.



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Im Auftrag Internationale Gärten e.V. Göttingen
Sibylle Meineke