Unsere Arbeitsprinzipien

  1. Gemeinsame Erfahrungen sammeln, gemeinsam lernen und zusammen wachsen
    Die Internationalen Gärten beruhen auf dem Grundprinzip, gemeinsame Erfahrungen zu sammeln, gemeinsam zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Wir wollen als MigranntInnen nicht länger am Rande stehen, sondern wir versuchen, Brücken in die Mitte der Gesellschaft zu bauen. Wir benötigen deshalb gemeinsame Erfahrungen, erst dann können wir auch eine gemeinsame Sprache entwickeln. Wir leben diese Prinzipien auf der Ebene des praktischen Handelns bisher mit viel Erfolg.


  2. Vielfalt leben
    Wir respektieren die Unterschiedlichkeit und die Vielfalt aller Mitglieder der "Internationalen Gärten". Wir achten die Vielfalt der Kulturen in unserer Gesellschaft.


  3. Eigenarbeit und Zutrauen in die eigene Kraft stärken
    Unter den MigrantInnen sind auch viele politische Flüchtlinge. Besonders diese Familien können in den Gärten ihre eigenen Stärken entdecken und damit ihre Selbstachtung und ihr Selbstvertrauen aus eigener Kraft wiederherstellen. Eigenarbeit wie Selbstvertrauen führen wiederum dazu, dass Flüchtlinge in unserer Gesellschaft anders, nämlich als Bereicherung, wahrgenommen und anerkannt werden. Die Flüchtlinge im Projekt sind nicht nur Empfänger/innen von Informationen, sie initiieren und leiten viele Aktivitäten. Häufig waren und sind es gerade die Frauen, die sich in den Gärten stark engagieren.


  4. Soziale Teilhabe und sozialen Zusammenhalt fördern
    Alle Beteiligten sind in die Arbeitsabläufe innerhalb des Vereins eingebunden. Das soll heißen, dass es die zum Verein dazugehörigen Familien sind, die Ideen einbringen, die Ausgestaltung unserer Grundsätze übernehmen und zur Fortentwicklung der Formen des Lernens beitragen: sie leisten praktische Arbeit in den Gärten, sie organisieren multikulturelle Feste und vieles andere mehr. Die Teilhabe an den Aktivitäten der Menschen auf lokaler Ebene ist ein Teil dieses Prozesses. Umgekehrt sind häufig Menschen aus der näheren Umgebung der Gärten in das Projekt eingebunden; sie erfahren die Freundlichkeit und die Liebenswürdigkeit von Flüchtlingsfamilien.


  5. Praktische Hilfe bieten
    Obwohl in Deutschland ein gut funktionierendes Sozialsystem existiert, das auch anerkannte Flüchtlinge finanziell
    absichert, so verfügen doch viele Flüchtlingsfamilien über zu wenig Geld, um den vielen Anforderungen der
    deutschen Mehrheitsgesellschaft zu genügen. Diesen Familien mit wenig Einkommen bietet das Projekt die
    Möglichkeit zur Bewirtschaftung einer eigenen Garten-Parzelle und der Teilnahme an allen anderen Aktivi-
    täten des Vereins; beispielsweise die Chance zum Erlernen der deutschen Sprache.


  6. Respektvolle Beziehungen miteinander pflegen
    Wir fördern den Gedanken der Solidarität und des sozialen Zusammenhalts. Gute Beziehungen helfen uns,
    unsere Stärken und Fertigkeiten zu entwickeln, sowie wertvolle Erfahrungen gemeinsam zu sammeln.


  7. Teilen und Beiträge leisten
    Viele Flüchtlinge haben das Teilen als Bereicherung ihres Lebens erfahren. Wir sagen, jeder kann jedem
    etwas auf seine ganz eigene Weise geben. So nehmen sich die älteren Menschen viel Zeit zum Zuhören
    oder zum sozialen Austausch.


  8. Krisenbewältigung
    Wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Erwartungen zusammenkommen,
    bleiben Konflikte nicht aus. Im Projekt lernen und arbeiten die Familien in einfühlsamer Weise
    zusammen; sie lernen Konflikte (immer im Bewußtsein der kulturellen Unterschiede) im alltäglichen
    Leben zu bewältigen. Unser wichtigstes Ziel ist es, einen Beitrag zum friedvollen Zusammenleben
    aller zu leisten.


  9. Brücken schlagen zu den Einheimischen, Kooperation mit lokalen Institutionen
    Wir glauben, dass wir uns den Einheimischen gegenüber stärker öffnen müssen. Wir möchten ihnen
    zeigen, dass es keinen Grund gibt Flüchtlinge zu fürchten.


  10. Ganzheitlicher Ansatz
    Da das Projekt von Familien getragen wird, bemühen wir uns darum den Jüngeren gute Vorbilder zu sein.
    Wir berücksichtigen die Bedürfnisse aller: der verschiedenen Generationen, Kulturen, Vorstellungen,
    das Wohlergehen der Einzelnen usw. Wir nehmen und geben, wir teilen und empfangen.